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Presseinformation vom 02.11.2017:

Weil Sprache der Schlüssel ist

Landratsamt Starnberg sucht Sprach-und Kulturmittler



Für das Landratsamt war es bisher kaum möglich, qualifizierte ehrenamtliche Dolmetscher zu finden. Zu Beginn des neuen Jahres bietet der Landkreis Starnberg daher für Migranten eine Ausbildung zum „Sprach- und Kulturmittler“ an. Vorab gab es eine Informationsveranstaltung, die mit 50 Teilnehmern auf reges Interesse stieß. Wer Interesse hat, kann sich noch bis zum 10. November unter der E-Mail barbara.huber@lra-starnberg.de anmelden.  

„Eine Ausbildung zum Sprach- und Kulturmittler soll Migranten die Möglichkeit geben, sowohl kulturelle als auch sprachliche Brücken zu bauen“, so Sabine Neumann, Fachbereichsleiterin Asyl, zur Idee Dolmetscher auszubilden. Gesucht werden vor allem Übersetzer für die Sprachen Arabisch, Dari, Farsi, Somali, Tigrinya, Urdu und eine nigerianische Stammessprache. In der Informationsveranstaltung konnten sich Interessierte bereits vorab über den genauen Bewerbungsablauf, die Ausbildung sowie deren Inhalte informieren. Im Anschluss an eine Fragerunde, erhielten die Teilnehmer einen Fragebogen, mit dem sie sich bis zum 10. November bewerben können. Denn Ende November starten bereits die Auswahlgespräche, die das Landratsamt anhand der Fragebögen in Kooperation mit „Kuntermund“ Augsburg durchführt.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung sind unter anderem das Beherrschen der Muttersprache Arabisch, Dari, Farsi, Somali, Tigrinya, Urdu oder einer nigerianischen Stammessprache sowie fließende deutsche Sprachkenntnisse. Durchgeführt wird die Ausbildung von „Kuntermund“ Augsburg, einer Einrichtung der Diakonie, die sich bereits seit einigen Jahren auf dieses Thema spezialisiert hat. Die Ausbildung selbst findet im Landkreis Starnberg statt. Nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung, die aus drei Wochenendseminaren und mehreren Abendveranstaltungen besteht, erhalten die Sprach-und Kulturmittler vom Landratsamt ein Honorar in Höhe von 15 Euro pro Stunde. Auch die Fahrtkosten zum jeweiligen Einsatzort und die Finanzierung der Ausbildung werden vom Landratsamt übernommen. 

Entstanden ist die Idee im „psychosozialen Arbeitskreis Asyl“, einem Netzwerktreffen von Mitarbeitern des Landratsamtes und des Sozialpsychiatrischen Dienstes, der Caritas, des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ sowie ehrenamtlichen Asylhelfern. Der Arbeitskreis entstand wegen den immer häufiger auftretenden psychischen Auffälligkeiten unter Geflüchteten, die oftmals auf traumatische Erfahrungen vor oder während der Flucht zurückzuführen sind. Die Stiftung „Welten verbinden“ unterstützt mit dem sogenannten „TAFF-Projekt“ (therapeutische Angebote für Flüchtlinge) sowohl den Arbeitskreis, als auch die Ausbildung der Sprach-und Kulturmittler.