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Presseinformation vom 17.07.2025:

Kulturpreise Landkreis Starnberg

Auszeichnungen für Hans Panschar, Carlotta Linke und Hubert Huber vom Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs


Der Landkreis Starnberg verleiht auch 2025 wieder Kulturpreise. Ausgeschrieben war diesmal die Sparte „Bildhauerei und Skulpturen“. Den Kulturpreis bekommt der Bildhauer Hans Panschar aus Berg, der seine Kunstwerke mit Geschicklichkeit und Humor Geschichten erzählen lässt. Bei Carlotta Linke aus Gauting war die Jury von ihrer Fantasie, Professionalität und großen Motivation begeistert. Sie erhält den Kulturförderpreis. Hubert Huber erhält den Anerkennungspreis für sein großes Engagement beim Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs.

Hans Panschar

Häuser, Schiffe, Holz, Beton – diese vier Worte beschreiben in aller Reduziertheit die wesentlichen Elemente, die die Kunstwerke von Hans Panschar charakterisieren. Aber was für eine unendliche Gedankenwelt gelingt ihm damit im Betrachter zu eröffnen.

Der Bildhauer Hans Panschar wurde 1962 in München geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Holzbootsbauer und zum Schreiner. Seit 1995 lebt und arbeitet er vor allem in Allmannshausen und in der Gemeinde Berg.

Mit einer unglaublichen Geschicktheit gelingt es ihm, alles aus dem Material Holz herauszuholen, was es zu erzählen hat. Manchmal schwärzt er es, in dem er kurz mit Feuer arbeitet, oder er schlemmt es weißlich, damit der Werkstoff mit der Licht-Schatten-Wirkung spielt. Zusätzlich kombiniert er raffiniert kühlen Beton, um die Wärme des Holzes zu unterstreichen. Auf diese Art und Weise setzt er kleine Häuseransammlungen überzeugend in einen größeren Schiffskörper, gestaltet Bergskulpturen aus Eichenholz oder baut beispielsweise Stühle in allen Variationen, nur nicht zum Sitzen. Die Werke berichten humorvoll von der Lebensweise der Menschen, bilden ihn selbst aber nie figürlich ab. Sie passen in die oberbayerische Landschaft, finden ihr Material in den heimischen Holzsorten und wecken die Sehnsucht nach der großen weiten Welt.

Der Künstler Hans Panschar erzählt mit seinen Kunstwerken Geschichten und ruft damit nicht selten ein Lächeln des Betrachters hervor. Die Darstellung der Thematik ist oft aus dem gewohnten Zusammenhang genommen, irritiert somit gerne und beruhigt dann aber wieder mit ihrer scheinbaren Leichtigkeit der künstlerischen Handschrift. Diese Vorgehensweise muss man können, um überzeugend zu wirken. Die Mitglieder der Fachjury sind einstimmig der Meinung: Hans Panschar kann es!

Carlotta Linke

Schon als Schülerin machte Carlotta Linke mit ihrem fotografischen Projekt „Lebensbelichtungen“ auf sich aufmerksam. Die stilistisch an den Werken der französischen Installations-, Video-, Konzept- und Fotokünstlerin Sophie Calle orientierte Serie von unscharfen Aufnahmen unterschiedlicher Einzelpersonen führte bereits auf beeindruckende Weise vor, welches schöpferische Potenzial in Carlotta Linke steckt. Zwar sind die abfotografierten Personen (Familie, Freunde, Bekannte) grundsätzlich schemenhaft zu erkennen, jedoch werden durch Bewegungen der Protagonisten und die Langzeitbelichtung individuelle Merkmale verwischt und man kann die Persönlichkeiten nicht mehr identifizieren. Die Verschwommenheit in ihren Fotografien basiert also keineswegs auf technischem Unvermögen, sondern auf der Idee, dass die Unschärfe bereits ein Vorzeichen des Vergessens sein könnte. Der frühe, krankheitsbedingte Tod ihrer Mutter lässt die Werkserie im Nachhinein zu einer Hommage an sie werden.

Derzeit steht Carlotta Linke (geb. 2002) kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Holzbildhauerin in Garmisch-Partenkirchen. Ihre Werke haben sich somit längst aus der Zwei- in die Dreidimensionalität verlagert. Neben klassischen Bildhauerarbeiten aus Holz sind vor allem die Installationen der jungen Künstlerin zu erwähnen, die des Kulturförderpreises würdig sind.

Ihr Werk „Fliegemaschine“ ist ein in sich mobiles, spielerisches und Humor vermittelndes Kunstwerk, das zwischen einer technischen Zahnradapparatur und der Leichtigkeit der daran eingefädelten, an Köder zum Fliegenfischen erinnernden, filigranen Objekte – „Fliegen“ genannt – eine Spannung aufbaut, die die „Fliegemaschine“ in scheinbar unendlichen Kreisläufen mechanisch kreisen lässt. Neben den visuellen Wirkungen verweist die Künstlerin auch auf klangliche Aspekte, denn das Surren des kleines Motors ist Taktgeber für die Bewegung. Auch im Werk „Muscheldisco“ stehen neben dem Offensichtlichen – eine aus Muscheln, die Carlotta Linke an der schottischen Küste gefunden und gesammelt hat, entworfene Lampe – auch die Schatten und Lichtkegel, die sich auf den Wänden abbilden, im Fokus ihres Interesses. Neben der Materialität des Objekts nimmt die Immaterialität des Licht- und Schattenspiels bei ihr eine ebenso große inhaltliche und räumliche Bedeutung ein.

Carlotta Linke hat ihr künstlerisches Potenzial, nach Meinung der Jury, als Nachwuchskünstlerin noch nicht ausgereizt. Wenn sie ihre Entwicklung so fantasievoll, professionell und motiviert fortführt, werden wir, davon ist die Jury überzeugt, auch zukünftig von ihren Werken inspiriert werden.

Hubert Huber (Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs)

Seit 2002 gibt es den öffentlichen Wettbewerb „Kunst und Bier“ in Andechs, an dem sich jedes Jahr um die 50 internationale Künstlerinnen und Künstler mit Kunstwerkideen zum Thema „Kunst und Bier“ bewerben. Die Auswahl erfolgt durch eine Jury. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf der Wiese unterhalb des Klosters während der Zeit des Symposiums, also in acht Tagen, ihre Kunstwerke. Diese stehen dann mindestens zwei Jahre zur Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet Andechs. Seit einigen Jahren gibt es während des Symposiums ein künstlerisches Ferienprogramm für Kinder, bei dem die Kulturschaffenden mit den Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren arbeiten. Kindern und ihren Eltern soll damit der Zugang zur Kunst eröffnet werden.

Das Symposium ist aus der Georg-Zentgraf-Stiftung hervorgegangen, die  das Symposium über 15 Jahre getragen hat. Seit 2018 ist das Kloster Andechs Veranstalter des Symposiums. Die Idee für das Symposium hatte einst der Passauer Künstler Hubert Huber, der das Projekt bis heute leitet und organisiert. Im Fokus des Symposiums steht die Möglichkeit der Schaffung von Großskulpturen im öffentlichen Raum und die Möglichkeit, den Kulturschaffenden über die Schulter zu schauen.

Gemeinsam mit seiner Frau kümmert sich Huber um die gesamte Organisation des Symposiums. Er steht den Kulturschaffenden mit Rat und Tat zur Seite, kümmert sich um das unterschiedlichste Werkmaterial wie beispielsweise Holz, Metall, Beton und Bronzeguss, steht als Pädagoge und manchmal auch nur als „Kummerkastentante“ zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen bei ihm dabei immer die Kunstschaffenden, das Symposium und deren Kunstwerke.

Das Besondere an der öffentlichen „Werkschau“ ist es, dass die Gäste den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und die Entstehung der Kunstwerke verfolgen können. Beispiel: Normalerweise bekommen Besucher einen Bronzeguss nicht zu sehen, hier aber kann der Besucher sehen, wie das vor sich geht. Ein Bildhauer nahm seinen Brennofen auf einem eigenen Anhänger mit, um das Verfahren vor Ort zeigen zu können.

Für ihre Teilnahme bekommen die Künstler eine Aufwandsentschädigung von 750 Euro sowie Unterkunft und Verpflegung im Kloster. Material und Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt, wie etwa ein Baumstamm und Motorsägen oder ein Traktor zum Bewegen schwerer Kunstwerke. Die Herausforderungen für jeden Künstler ist es, dass das Kunstwerk den Begebenheiten angepasst werden muss. Das bezieht sich auf das Material, auf den Standort und auch an die relativ kurze Zeit von einer Woche, in der das Kunstwerk entsteht.

Mit ihrer Teilnahme am Symposium haben die Künstler die Chance, weit über die Region hinaus bekannt zu werden und eventuell Nachfolgeaufträge zu bekommen. Die entstandenen Kunstwerke bleiben im Eigentum der Künstler. Sie stellen ihr Werk aber mindestens zwei Jahre für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet Andechs zur Verfügung. Danach werden die Skulpturen an den Künstler zurückgegeben und finden andernorts Anerkennung.

Nachdem das Kloster Andechs im Jahr von etwa einer Million Menschen besucht wird, genießen die Kunstwerke große Aufmerksamkeit. Was dazu führt, dass die Künstler ihre Arbeiten nach den zwei Jahren oft gar nicht zurückhaben wollen, weil sie in Andechs eine der besten Werbungen bekommen, die es gibt.

Hubert Huber setzt sich mit großem Engagement und Herzblut für das Skulpturensymposium in Andechs ein. Sein Anliegen sind das gemeinsame Schaffen sowie der Austausch zwischen Künstlern und Besuchern, der Kinder-Künstler Tag am Berg und die vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die sich aus dieser Symbiose ergeben.

Kulturpreise des Landkreises

Am 14. Juli trat die Jury zur Vergabe der Kulturpreise zusammen. Der Jury gehörten an: Landrat Stefan Frey, je ein Vertreter der Kreistagsfraktionen, die Kreisheimatpfleger Gerhard Schober und Manfred Schulz, Barbara Beck als Kulturbeauftragte des Landratsamtes sowie Dr. Barbara Haubold, Sabine Riedlberger und Prof. Claus Friede als Fachjuroren.

Die Fachjuroren hatten sich schon im Vorfeld intensiv mit den eingereichten Vorschlägen und Bewerbungen befasst. Dr. Barbara Haubold ist Inhaberin der Galerie InterArt GmbH in München und Repräsentantin der Van Ham Kunstauktionen. Sabine Riedlberger ist vom Kunsthaus Artes in München. Professor Claus Friede ist Kulturmanager, Kurator und Autor – künstlerischer Leiter der Kunsthalle Saalfelden/AT, lehrt an der Lettischen Kulturakademie in Riga/LV und am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg sowie Chefredakteur des Internet-Feuilletons KulturPort.De.

Zur Diskussion standen 23 Bewerbungen und Vorschläge.

Die Kulturpreise werden seit 2002 jährlich in wechselnden Kategorien vergeben.

Kulturpreise im Bereich „Bildhauerei und Skulpturen“ haben bereits erhalten:

Max Wagner (2003), Karlheinz Hoffmann (2010), Nowak Jozek (2017)

Kulturförderpreise haben erhalten:
Ulrich Schweiger (2003), Eva Zenetti (2010), Elena Carr (2017)
Anerkennungspreis: Rita Enzinger (2017)

Der Kulturpreis ist mit 3.000 Euro, der Kulturförderpreis mit 2.000 Euro und der Anerkennungspreis mit 1.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird im Herbst im Landratsamt stattfinden.

 

Auszeichnungen für Hans Panschar, Carlotta Linke und Hubert Huber vom Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs
Die diesjährigen Preisträger: Hans Panschar (links), Hubert Huber (Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs) und Carlotta Linke

Pressefoto

Auszeichnungen für Hans Panschar, Carlotta Linke und Hubert Huber vom Symposium „Kunst und Bier“ in Andechs
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