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Die Kulturpreisträger 2011 des Landkreises Starnberg in der Kategorie Denkmalpflege und Archäologie, Brauchtum, Heimat- und Archivpflege, Geschichtsforschung stehen fest. Den Kulturpreis erhält Kreisheimatpfleger Gerhard Schober. Der Kulturförderpreis wird den Starnberger Fischermadln und Fischerbuam verliehen. Die Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilchings e. V. erhält für ihre Arbeit den Anerkennungspreis. Die Verleihung findet im Herbst im Landratsamt statt. Gerhard Schober Gerhard Schober ist seit 1974 Kreisheimatpfleger des Landkreises Starnberg und damit einer der dienstältesten und verdienstvollsten Heimatpfleger in Bayern. Er ist zuständig für die Bereiche Denkmalpflege und Ortsgestaltung, Natur- und Kulturdenkmale, Heimatforschung und Heimatgeschichte, Museen und Sammlungen, Volkskunst und -handwerk. Er erfüllt seine ehrenamtlichen Aufgaben, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 neben seinem Beruf als Volksschullehrer in Gauting ausübte, mit außerordentlichem Engagement. Er ist Autor vieler renommierter Veröffentlichungen zur Kultur- und Heimatgeschichte des Fünfseenlandes. Weit über die Region hinaus sind etwa seine Werke „Frühe Villen und Landhäuser am Starnberger See", „Heimat an der Würm" und „Schlösser im Fünfseenland" nachgefragt. Gerhard Schober gilt in der Bevölkerung, aber auch in Fachkreisen als überaus engagierte und kenntnisreiche Persönlichkeit der Kulturgeschichtsforschung. An der Förderung von lokalen Sammlungen und Vereinen war er ebenso beteiligt, wie an der Ausgestaltung des „Museum Starnberger See". Neben vielen regionalen Auszeichnungen wurden ihm 1999 das Bundesverdienstkreuz und 2011 der Bayerische Verdienstorden verliehen. Mit dem Kulturpreis soll Gerhard Schober für sein Lebenswerk Anerkennung und Achtung ausgesprochen werden. Fischermadl und Fischerbuam Während die Ausübung instrumentaler Volksmusik seit Jahren bei jungen Leuten auf großes Interesse stößt, finden sich leider immer noch relativ wenige zusammen, die miteinander singen und so das (alt)-bayerische Volksliedgut am Leben erhalten. Die Starnberger Fischermadl und Fischerbuam sind hier eine ausgesprochen rühmliche Ausnahme. Die „Fischermadl" (Pauline und Lucia Mittermayr, Magdalena Schulz, Marianne Buchner) haben schon in ihrer Kindheit begonnen, miteinander zu singen und sind heute noch zusammen. Die „Fischerbuam" (Vitus Mittermayr, Tobias Schulz, Sebastian Hofer und Anderl Ruhdorfer) singen seit 2008 miteinander. Ihr Name leitet sich von der historischen Fischertracht her, die im Starnberger Trachtenverein getragen wird. Beide Gruppen wurden beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb 2010 mit dem höchsten zu vergebenden Prädikat „ausgezeichnet" belohnt. Die internationale Jury aus Volksmusikexperten des Alpenraums würdigte insbesondere den stimmigen Vortrag und die Leistungen der Gruppen im Hinblick auf den Erhalt musikalischer Überlieferungen. Die Fischerbuam nahmen 2011 mit großem Erfolg am Volksmusik-Nachwuchswettbewerb „Volksmusik lebt" teil, den die „Altbayerische Heimatpost", der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und der Bayerische Rundfunk ausgeschrieben hatten. Ihr Gesang erfreute und überzeugte Tausende Leser und Hörer, die online für die Fischerbuam votierten und sie so bis ins Finale trugen. Bei einer CD-Produktion des Bayerischen Rundfunks im Frühjahr 2012 im Landratsamt Starnberg überzeugten beide Gruppen in ihren Interpretationen von oberbayerischen Liedern, zum Teil aus der Feder des Friedinger Schriftstellers Georg Queri, und stellten so ihr Interesse an der regionalen Volks-Kultur eindrucksvoll unter Beweis. Die beiden Gesangsgruppen haben sich in den vergangenen Jahren mit zu den besten und inzwischen weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Nachwuchs-Sängergruppen im Landkreis entwickelt. Nach Ansicht der Jury und der Fachjuroren ist die Begeisterung und Mühe der jungen Sängerinnen und Sänger mit dem diesjährigen Kulturförderpreis zu belohnen und zu würdigen. Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilchings e. V. Für den Kulturpreis 2011 wurden mehrere Arbeitskreise und Einzelpesonen vorgeschlagen, die sich auf hohem Niveau mit der Erforschung der Geschichte in ihrer Heimat befassen. Sie alle können auf eine Fülle an neuen historischen Erkenntnissen sowie auch fachlich fundierte Publikationen verweisen. Trotz dieser aus geschichtswissenschaftlicher Sicht gleichermaßen überzeugende Qualität der eingereichten Bewerbungen und Vorschläge, hat sich die Jury einstimmig dafür ausgesprochen, den Anerkennungspreis der Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilching e. V. zu verleihen. Die Gesellschaft überzeugt nicht nur durch ihre Mitwirkung in Forschungsvorhaben, sondern mehr noch durch ihr Engagement in Schutz, Pflege und Vermittlung des kulturlandschaftlichen Erbes ihrer Gemeinde. Gemäß ihrer Zielsetzung „Interesse an der heimatlichen Geschichte zu wecken und wach zu halten" geht sie aktiv auf die Bürger zu, etwa durch Einbindung inProjekte, durch Ausstellungen und Jugendprogramme. Sie bietet mit drei Rundwegen unter dem Titel „Via Zeitreise" und einem zugehörigen Audioguide, mit ansprechenden Faltblättern und mit einer professionell gestalteten Homepage einen ebenso inhaltsreichen, wie attraktiven und modernen Zugang zur Geschichte Gilchings für alle Alters- und Interessengruppen. Beeindruckend ist zudem das aktive Engagement der Gesellschaft zur Erhaltung schützenswerter Elemente ihres heimtlichen Lebensraumes. Sie verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der weit über die Archäologie hinausgeht und sich beispielsweise auch auf Geologie und Naturraum, Baudenkmäler und volkskundliche Zeugnisse erstreckt. Mit der Verleihung des Anerkennungspreises zeichnet der Landkreis Starnberg die vorbildliche Leistungen der Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilching e. V. aus und will damit auch Impulse geben für zeitgemäße ortsgeschichtliche Aktivitäten mit einem hohen kulturellen Mehrwert. Kulturpreis des Landkreises Am 30. Juli tagte die Jury zur Vergabe der Kulturpreise im Landratsamt. Mit in der Jury auch die drei Fachjuroren Stefan Frühbeis (Bayerischer Rundfunk, Redaktion Volksmusik), Dr. Norbert Göttler (Bezirksheimatpfleger) und Michael Ritter (Redakteur der Zeitschrift „Schönere Heimat" und Brauchtumsreferent beim Bayerischen Landsverein für Heimatpflege e. V.). Alle drei Preisträger erhielten ein einstimmiges Votum. Die Kulturpreise werden seit 2002 jährlich in wechselnden Kategorien vergeben.

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