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Landwirten kommt mit der Erzeugung von Wärme, Strom und Treibstoff aus erneuerbaren Quellen eine Schlüsselrolle zu. So lautete der Tenor bei der Informationsveranstaltung zum Thema „Landwirt und Energiewirt" im Starnberger Landratsamt. Zu der Fortbildung hatten das Landratsamt und der Bayerischen Bauernverband eingeladen.

 „Biomasse, Tierhaltung und der Wald bieten die Möglichkeit, bei der Energiewende mitzumischen und einen erheblichen Teil der Wertschöpfung in die Region zurückzuholen. Diese Chance sollten sie sich nicht entgehen lassen", lautete der Appell von Landrat Karl Roth an die anwesenden Landwirte und Verbandsvertreter.

Die neue Klimaschutz-Managerin des Landkreises, Josefine Anderer-Hirt, moderierte einen Reigen an Fachvorträgen, der einen Überblick über die Bandbrei-te der erneuerbaren Energien und auch über die konkreten Ansatzpunkte für die Landwirtschaft lieferte. „Der Wärmesektor ist der schlafende Riese in der Ener-giewende", sagte Christian Letalik vom Verein CARMEN e. V. und zeigte die Potentiale von Biomasse-Erzeugung mit Wärmekonzepten auf. Markus Baur vom Amt für Landwirtschaft in Kempten beleuchtete die weit unterschätzte Rolle von Biogas im Energiemix. Weil Photovoltaik und Wind nur „launisch" Strom liefern, käme der Biogas-Erzeugung eine gewichtige Rolle zu, da sie für die Netzstabilität eine moderierende Wirkung hätte. Dies liegt vor allem daran, dass Gas wesentlich leichter und billiger speicherbar ist als Strom. Setzt man ein gutes Wärmekonzept voraus, so kommt Biogas auf einen durchaus respek-tablen Gesamt-Wirkungsgrad. Auch für den Landkreis Starnberg, wo es derzeit nur drei Biogasanlagen gibt, wäre ein Ausbau auf der Substratbasis von Rinder- und Schweinegülle sowie dem zumeist ungenutzten Pferdemistpotential denkbar.

Energie-Einsparpotentiale in der Landwirtschaft präsentierte schließlich Georg Ohmayer, ebenfalls vom Kemptener Amt für Landwirtschaft. Er wagte noch einen Exkurs in Richtung Strom-Eigennutzung im landwirtschaftlichen Betrieb. „Bis zu 50 Prozent Eigennutzung des selbst erzeugten Photovoltaik-Stroms wären schon denkbar", so Ohmayer. Wichtig sei in jedem Fall, dass die jeweilige erneuerbare Energie in einem sogenannten intelligenten Energie-Mix zum Einsatz komme, lautete das Resümee von Moderatorin Josefine Anderer-Hirt.

Die Exkursion zu zwei Paradebeispielen der Umsetzung rundete den Tag ab. Die neue 75 Kilowatt Biogas-Anlage von Landwirt Andreas Glas in Inning war das erste Ziel. Obwohl er sich im letzten Jahr erst unter den neue EEG-Förderbedingungen auf das Abenteuer eingelassen hat, ist er sehr zufrieden mit seiner Anlage und würde die Entscheidung genau so wieder treffen. Im Klosterdorf St. Ottilien im Landkreis Landsberg erwartete Bruder Josef Götz die Exkursionsteilnehmer und gewährte Einblick in alle Anlagenelemente des mit einer 250 Kilowatt Biogasanlage kombinierten Holzhackschnitzel-Heizwerks, das das gesamte Kloster samt Gymnasium und Gästehaus mit Energie versorgt. Visionäre Entscheidungen, unternehmerischer Mut und „energetische" Grundüberzeugungen beeindruckten in beiden Fällen und gaben den Teilnehmern Denkanstöße für den eigenen Betrieb.

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