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Im Juli waren neun Schüler und ein Betreuer aus dem Landkreis Starnberg beim internationalen Jugendaustausch in New Taipei City. Der Starnberger Kreistag hat den Aufenthalt mit einem großzügigen Zu-schuss ermöglicht. Jetzt wollten sie wis-sen, ob das Geld gut angelegt war und ob die Schüler von der Reise profitiert haben. Nun haben sie sich von den Reiseteilneh-mern berichten lassen. Fazit: Es war eine großartige Erfahrung. Es sind bleibende Kontakte entstanden. Auch wenn die Reise nun schon einige Zeit her ist, ist den Schülern die Freude immer noch in den Gesichtern abzulesen. Voller Begeisterung berichten sie dem stellvertretenden Landrat Georg Scheitz, einigen Kreisräten und Partnerschaftsreferentin Barbara Beck von ihren Erlebnissen im befreundeten New Taipei City. Am 8. Juli machte sich die Gruppe auf den Weg und kam nach fast 22-stündiger Reisezeit in Taiwan an. Sie wussten nicht was sie erwartet. Mit einer riesigen Zeltstadt, die an ein Heerlager erinnert und auf der rund 1000 Jugendliche cam-pen hatten sie nicht gerechnet. Auch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machten der Gruppe recht zu schaffen. Zwischen Taiwanern, Koreanern, Japa-nern und Gruppen aus Hongkong und Macao waren sie die einzigen Europäer. Entsprechend neugierig waren daher auch die asiatischen Schüler und kamen immer wieder um Fotos zu machen, Geschenke zu bringen oder sich auszutauschen. Sogar Autogramme mussten sie geben, so dass ihnen sehr schnell klar wurde, dass die Ankündigung ihrer Funktion als Botschafter des Landkreises Starnberg, nicht übertrieben war. Die Eindrücke waren gewaltig, machten die Gruppe aber auch sehr neugierig.

Mit einem großen Festakt wurde das Camp vom Bürgermeister der Stadt New Taipei City eröffnet. Dann begann das Pfadfinderleben. Basteln von Glücksbringern, Trommeln mit traditionellen taiwanesischen Trommeln, tägliche Flaggen-zeremonie, Baumklettern, Schnitzeljagd und diverse Spiele waren angesagt. Die einzelnen Gruppen mussten ihr Heimatland präsentieren. Die Starnberger machten das mit Volkstänzen. Die „Rheinländer Kutsche“ und „Siebenschritt“ wurden vorgetragen. Beides hatten sie extra zuvor einstudiert. Unumwunden gaben sie bei ihrem Vortrag zu, dass sie davon gar nicht begeistert waren. Wollten sie sich doch bei den anderen Schülern nicht blamieren. Aber das Gegenteil war der Fall. Die anderen Schüler waren begeistert und folgten der Ein-ladung zum Mittanzen in Scharen. Auch Sightseeing war angesagt. Im Yehliu Geo Park konnten bizarre Gesteinsformationen, die von Wind und Meer geformt wurden, bewundert werden. In Pingxi wurden mit Wünschen versehene Him-melslaternen gezündet und in den Himmel geschickt. Eine Starnberger Him-melslaterne war mit dem Wunsch „I want Pizza“ beschrieben, zumal das Essen in Camp für unsere Jugendlichen äußerst gewöhnungsbedürftig war. Im Natio-nal Palace Museum konnten die wertvollsten Schätze der verschiedenen Dynastien bestaunt werden. Über schmale gewundene Gebirgsstraßen mit tollen Ausblicken ging es mit dem Bus zum Gold-Museum in Jinguashi, einer ehemali-gen Goldgräberstadt, in der bis in das 20. Jahrhundert hinein noch Gold gewa-schen wurde. Nach dem Besuch einer japanischen Villa aus der Zeit der Nip-pon Mining Corporation wurde ein japanischer Garten besichtigt. Und dann führt der Weg nach Jiufen, einem kleinen Bergdorf, in dem die Gruppe Souve-nirs für zuhause kaufen konnte. Am Mount Qixing wurde der Krater eines Vulkans besichtigt, bei dem unter der Erdkruste noch aktive Magmakammern vorhanden sind. Nicht fehlen durfte natürlich auch das Chiang Kai-Shek Memorial und das Taipei Financial Center (Taipei 101), das bis Anfang 2007 das höchste Bürogebäude der Welt war. Der Landkreis Starnberg pflegt seit 1984 freundschaftliche Beziehungen zu New Taipei City auf Taiwan. Eine Freundschaft, die aufgrund der großen Entfernung, nicht immer leicht zu pflegen ist, die sich aber über die vielen Jahre hindurch gehalten hat und bei der einige wichtige Verbindungen geschaffen wurden. Insbesondere im Bereich der Jugendarbeit ergeben sich außergewöhnliche Möglichkeiten, was dieser Jugendaustausch wieder einmal zeigt.

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