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Am Donnerstagabend fand die feierliche Verleihung der Kulturpreise des Landkreises Starnberg 2014 statt. Landrat Karl Roth verlieh die hohe Auszeichnung im Sitzungssaal des Landratsamtes. Den Kulturpreis erhielt Sabine Berr aus Weßling. Der Kulturförderpreis wurde der Herrschinger Kunstgruppe verliehen. Ursa Wilms aus Weßling erhielt den Anerkennungspreis.
Sabine Berr ist eine stille Künstlerin, die Dinge aufnimmt, die andere gar nicht wahrnehmen. Mit ihr macht sich der Betrachter „auf den Weg“ und begeht mit ihrem spontanen Blick, mit ihren reduzierten Farbspuren und skizzenhaften Gesten Nebenstraßen und Hauptwege des Alltäglichen und Momenthaften. Die Herrschinger Kunstgruppe (Cristina Blank, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Felix Maizet, Enno Müller-Spaethe, Monika Roll und Stefanie Pietsch) werden für ihre zeitgemäßen, frischen und unkonventionellen Ausstellungs-Schauen ausgezeichnet. Ursa Wilms ist Kunstlehrerin und Kunsttherapeutin in der Schule des Mädchenheims Gauting. Ihr kunstpädagogisches Wirken hat sowohl vor Ort neue künstlerische Akzente gesetzt als auch eine bessere gesellschaftliche Integration der Einrichtung in die Gemeinde Gauting bewirkt.
In seiner Festrede ging Landrat Karl Roth darauf ein, welchen Stellenwert Kunst und Kultur im Landkreis hat: „Kunst und Kultur sind lebenswichtig für den einzelnen Menschen, für unser Zusammengehörigkeitsgefühl, unsere Gesellschaft. Kunst lenkt den Blick über uns hinaus, sie regt zum Nachdenken an, kann Sinn stiften, Brücken bauen, Orientierung und Heimat geben. Sie weckt Neugier in uns, fördert die Kreativität und den öffentlichen Diskurs.“ Er betonte, wie wertvoll es ist, dass das Kulturleben im Landkreis so vielfältig und abwechslungsreich ist.
Die Kulturpreise werden seit 2002 jährlich in wechselnden Kategorien vergeben. Ausgeschrieben war heuer der Bereich „Malerei und Grafik“.

Kurzporträts der Ausgezeichneten:


Sabine Berr
Sabine Berr ist 1961 in München geboren. Nach dem Abitur in Fürstenfeldbruck und der Geburt ihrer zwei Töchter hat sie 1987 das Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München bei Professor Winner begonnen. 1992 bis 1994 war sie Meisterschülerin. 1994 machte sie ihr Diplom und 1995 bekam sie ein Stipendium für das Hochschulsonderprogramm II. 1996 zog sie nach Weßling. Sie richtete sich hier ein Atelier ein und versteht ihre Umgebung seither als Ausgangspunkt und Grundlage ihrer Arbeiten. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit ihrer nächsten Umgebung. Diese kann hier direkt in ihrer Umgebung im Landkreis Starnberg sein, aber auch genauso gut bei der Durchquerung der Pyrenäen oder beim Wandern und Arbeiten im Frauenkloster in Nepal oder auf der dänischen Insel Hirsholmene oder auf Island. Die international aktive Künstlerin kann auf vielfältige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen verweisen. Diese reichen vom Asamfoyer in Freising, der Dany Keller Galerie in München, dem Bezirk Oberbayern, der Westendgalerie München, der Städtischen Galereie Traunstein, der Artothek München, der White Box München, beim Kunstverein Pertolzhofen oder bei Symposien in der Oberpfalz bis hin zur Art Gallery Shanghai und Notional Gallery Beijing.
Nach Meinung der Jury nimmt Sabine Berr Dinge auf, die andere gar nicht wahrnehmen. Ihre Arbeiten entstehen in der nächsten Umgebung, bei ihren täglichen Gängen ebenso wie auf einer Wanderung von Weßling zur Bienale nach Venedig. Kaum bemerkt ist sie international aktiv und sucht nach Motiven dort wo nicht einmal Spaziergänger zu finden sind. Mit Sabine Berr macht sich der Betrachter „auf den Weg“. Er begeht mit ihrem spontanen Blick, mit ihren reduzierten Farbspuren und skizzenhaften Gesten Nebenstraßen und Hauptwege des Alltäglichen und Momenthaften. Mit einer außergewöhnlichen Perspektivwahl gibt sie ungewöhnliche Einblicke, Durchblicke und Ausblicke. Feld, Wald und Flur entpuppen sich als poetische Seelenwanderungen. Der Betrachter wird auf unprätentiöse Weise mit alltäglichen Situationen des Lebens konfrontiert. Sie tritt dem schnellen Kunstkonsum mit stillen Arbeiten gegenüber, zwingt zum Innehalten und Entdecken des Unauffälligen, des scheinbar Unwichtigen, der Lyrik in der Natur.
Informationen zu Sabine Berr sind auch unter www.sabineberr.de zu finden.

Herrschinger Kunstgruppe
Seit 2012 verwandelt die Herrschinger Kunstgruppe leer stehende Gebäude zu temporären Galerien. Der feste Kern der Gruppe besteht aus Cristina Blank, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Felix Maizet, Enno Müller-Spaethe, Stefanie Pietsch und Monika Roll.
Auf der Suche nach einer Möglichkeit Kunst zu machen und auszustellen, haben die sieben Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Herrsching sich bewusst für alternative Ausstellungsräume entschieden. Sie wollten eine Abkehr der typischen Stellwand-Betrachter-Situation und eine Öffnung hin zu einer kreativen Raumnutzung. In dieser unkonventionellen Präsentation sehen sie die Möglichkeit, sich frei und spontan mit und in ihren Kunstwerken zu entwickeln. Die Kunstwerke werden mit den Räumlichkeiten eng verwoben und entstehen oft sogar nur wegen den Räumlichkeiten so in dieser Weise. Gestartet wurde das Projekt von der Ausstellung „Kunst im Einbauschrank - eine kreative Zwischennutzung“. Eine alte Herrschinger Villa aus den 60igern, die kurz vor dem Abriss stand, wurde im Juli 2012 drei Tage lang zur Galerie. Aus Mangel an Stellwänden wurden große Teile der Exponate in den vorhandenen Einbauschränken präsentiert. Ausgestellt wurden Fotografien, Siebdrucke, Grafiken, Illustrationen, Gemälde und Objekte - an den Wänden ebenso wie in der Badewanne, auf der Terrasse oder eben im Einbauschrank.
Ein Jahr später folgte die Ausstellung „Kunst gegenüber“ in einem leer stehenden Haus schräg gegenüber der alten Villa. Neben Fotografien, Gemälden, Grafiken, Siebdrucken und Installationen gab es diesmal auch Skulpturen und Schmuck. Um auch Nachwuchskünstlern eine Möglichkeit zu geben, ihre Werke zu zeigen, war diesmal ein erst 14-jähriger Schüler mit von der Partie. Die temporäre Galerie wurde zu einem kulturellen Event mit Live Musik, Poetry Slam und Tanz Performance ausgebaut.
Im Herbst 2013 kam „Kunst im Kaminzimmer“ dazu. Die Künstlergruppe durfte im Herrschinger Kurparkschlösschen ausstellen. Die Künstlergruppe ist nach wie vor auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und freut sich über Angebote.
Die Kunstgruppe überzeugte die Jury nicht nur in Sachen Kunst, sondern vor allem wegen ihren zeitgemäßen, frischen und unkonventionellen Ausstellungs-Schauen in leer stehenden Gebäuden. Die Jury war sich einig, dass Kunst auf die Straße, unters Volk und ins normale Leben gehört. Kunst ist Leben und bündelt im Bestfall seine sämtlichen Belange. Die Gruppe bleibt in der Heimat und nutzt mutig alle Register, um ihre Kunst ins Rampenlicht zu stellen. Die unprätentiöse wie ungewöhnliche und freche Ausstellungsmethode lässt glauben und hoffen, dass die Jugend bleibt und aufmischt und mit definiert, was in Zukunft dort als Kulturbegriff gelten wird.

Ursa Wilms
Ursa Wilms ist seit 2002 als Kunstlehrerin und Kunsttherapeutin in der Schule des Mädchenheims Gauting tätig. Ihr kunstpädagogisches Wirken hat in dieser Zeit sowohl vor Ort neue künstlerische Akzente gesetzt als auch eine bessere gesellschaftliche Integration der Einrichtung in die Gemeinde Gauting bewirkt.
Das Mädchenheim Gauting besteht seit 1982 als intensiv-therapeutische Spezial-Einrichtung der Jugendhilfe. Es führte lange Jahre ein „randständiges“ Dasein innerhalb der Gemeinde als - auch im übertragenen Sinne - geschlossenes Heim, das wenig Einblick in die Arbeit gewährte und dessen Bewohnerinnen von der Bevölkerung als schrill, auffällig, manchmal sogar als bedrohlich wahrgenommen wurden. Obwohl das Mädchenheim in der Fachöffentlichkeit seit Jahrzehnten sehr anerkannt ist, bestanden auf lokaler Ebene kaum Kontakte. Durch die Arbeit von Ursa Wilms hat sich das Image der Einrichtung und der Bewohnerinnen grundlegend verändert. Ihre Ausbildungen zur Erzieherin, Werklehrerin und Kunsttherapeutin qualifizieren sie in besonderem Maße für die Arbeit mit den psychisch höchst labilen Schülerinnen. Ihr hoher Qualitätsanspruch als Künstlerin in Verbindung mit ihrem weit überdurchschnittlichen Engagement und Einfühlungsvermögen als Pädagogin und Therapeutin lösten bei den Mädchen nach kurzer Zeit eine explosive Kreativität und Ausdruckskraft aus, die alle überraschte. Bereits 2003 fand die erste öffentliche Kunstausstellung mit Schülerarbeiten im Gautinger Rathaus statt. Titel „Wir können auch anders“. Das war programmatisch zu verstehen und machte eine ganz neue Facette in der Persönlichkeit der Schülerinnen sichtbar - für Andere, aber auch für die Mädchen selbst. Diesem ersten Schritt in die Öffentlichkeit folgten im Laufe der Jahre noch viele. Durch die vielfältigen Aktivitäten, die Ursa Wilms entfaltete, wurden zahlreiche Verbindungen zu Künstlern, kulturellen Institutionen und kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern geknüpft. Parallel zur positiven Resonanz auf die künstlerischen Arbeiten der Mädchen, entwickelte sich eine neue „Schulkultur“ der Wertschätzung von Kunst und Kreativität, von eigenen und fremden Leistungen und eine deutlich gesteigerte Motivation bei den Schülerinnen. Nicht nur die Werke der einzelnen Schülerinnen rückten in den Mittelpunkt. Frau Wilms gestaltete mit der von ihr geleiteten Schülerfirma „Kunstagentur“ viele Gebäudebereiche der Einrichtung neu. Durch den dazu notwendigen Prozess der Bestandsaufnahme, Planung und Durchführung in der Gruppe entstand eine konstruktive Arbeitsatmosphäre. Gelungene Beispiele: Gestaltung des Pausenhofs, der Pausenhalle, der Fassade im Eingangsbereich, Wandmalerei in den Versorgungsgängen. Auch externe Auftragsarbeiten werden von der Kunstagentur angenommen, etwa die Gestaltung eines Plakats für die Gemeinde St. Benedikt, Wandbilder für die Regierung von Oberbayern.
Nach der Meinung der Jury verdient die Arbeit und das Engagement von Ursa Wilms große Anerkennung. Mit vielfältigen Aktionen, besten Kontakten und effektiven Gestaltungsspielräumen zeigt sie den Jugendlichen eine neue Denkrichtung auf und fördert ihre Talente. Nur über Integration reden, hilft nicht weiter. Durch ihr beispielhaftes soziales Engagement lebt Frau Wilms Integration. In Augenblicken, in denen die Welt dunkel und sehr sehr eng geworden ist, Geduld aufzubringen. Eine Art Boden für Hoffnung mit bildnerischen Mitteln zu kultivieren ist eine der schwersten und gesellschaftlich unsichtbarsten Aufgaben.

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