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Die Ernährung des Bibers liegt voll im Trend: er ist ein reiner Vegetarier und er nutzt über 300 Pflanzenarten als Nahrungsgrundlage. Von diesem reichen Nahrungsspektrum stehen aber im Winter nur wenige Arten zur Verfügung. Deshalb stellt der Biber seine Ernährung im Winter zu einem großen Teil auf Baumrinde um. Größere Bäume haben nun zum Schutz eine Drahthose bekommen.

Um an die zarte Rinde von Ästen und Zweigen zu kommen muss der Biber die Bäume erst einmal fällen. Ein erwachsener Biber benötigt täglich etwa 1,5 Kilogramm Nahrung. Kleinere Bäume fällt ein Biber innerhalb einer Nacht. Leider schreckt er auch vor großen und alten Bäumen nicht zurück. In der vergangenen Woche hat sich ein „Gautinger“ Vertreter unseres größten europäischen Nagers an einer wunderschönen Eiche in der Nähe der Würm vergriffen. Leider war dieser Baum nach dem Einsatz des Bibers nicht mehr zu retten und musste nicht zuletzt aus Verkehrssicherungsgründen zur Fällung frei gegeben werden.

Dies war für die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Anlass, sich um den Schutz größerer Bäume an der Würm zu kümmern. In einer gemeinsamen Aktion von Mitarbeitern des Landratsamtes, dem stellvertretenden Biberberater und Mitarbeitern des Bauhofes Gauting wurde damit begonnen, größeren Bäumen an der Würm eine sogenannte Drahthose zu verpassen. Gerade die alten Erlen an der Würm zwischen Gauting und Stockdorf sind von einzigartiger Seltenheit und Schönheit. Während andernorts der Pilz „Phytophtora“ den Erlen grundsätzlich sehr schwer zu schaffen macht, sind an der Würm noch erstaunlich große und vitale Exemplare anzutreffen. Diese alten Giganten schaffen gemeinsam mit mächtigen Eichen einen parkartigen Charakter an der Würm. Daher wird der Bereich auch von zahlreichen Gautingern und Stockdorfern sehr gerne als Spazierstrecke vor der eigenen Haustür genutzt.

Der Schutz von Bäumen durch Drahthosen aus Estrichgittern ist effektiv und vergleichsweise kostengünstig. Die Untere Naturschutzbehörde bittet die Eigentümer von Grundstücken in Biberrevieren größere und vitale Bäume ebenfalls zu schützen. Große, alte Bäume sind aus ökologischer und ästhetischer Sicht eine Bereicherung für Natur und Mensch. Vom Biber angenagte Bäume werden auch ganz schnell zu einem Problem der Verkehrssicherheit, für die der Grundstückeigentümer verantwortlich ist. Eine Bauanleitung für den Schutz von Bäumen vor den Aktivitäten des Bibers ist im Internet auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lk-starnberg.de/biber erhältlich oder kann telefonisch bei Johanna Fix unter 08151 148-503 und Ursula Madeker (-502) angefordert werden.

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