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Wer denkt am Anfang einer Beziehung und solange sie glücklich ist schon gerne an Rechtsfragen? Meist beschäftigt man sich erst dann damit, wenn Scheidung oder Trennung anstehen und dann wird meist nicht mehr objektiv gedacht und gehandelt. Es macht daher durchaus Sinn, sich schon früher damit zu befassen. Mit der Broschüre „Ehe und Partnerschaft rechtlich begleiten“ des Bayerischen Familienministeriums möchte die Gleichstellungsstelle des Landratsamtes Starnberg auf die Risiken des seit 2008 geltenden Eherechts hinweisen, Denkanstöße geben und Empfehlungen für faire rechtliche Regelungen weitergeben.

Das seit 2008 geltende Eherecht geht von der wirtschaftlichen Selbstverantwortung jedes Ehepartners aus. Das hat im Falle des Scheiterns einer Ehe oder einer Partnerschaft weitreichende Folgen. Oft gerade für die finanzielle Absicherung von Frauen. Denn hat man sich damit befasst, wie ein fairer finanzieller Ausgleich auszusehen hat, wenn einer der Ehepartner zugunsten der familiären Aufgaben beruflich zurücksteckt?

Die neu herausgegebene Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, enthält viele Fallbeispiele aus der Praxis. Rechtliche Regelungen und Folgen werden anschaulich und vor dem Hintergrund der jeweiligen Paarkonstellation (Zuverdienerehe, Einverdienerehe, Doppelverdienerehe, zweite/späte Ehe, unverheiratete Partnerschaften mit und ohne Kinder, eingetragene Lebenspartnerschaft, Ehe mit Auslandsbeteiligung) erklärt. Auch auf den Sachverhalt von Eheleuten mit einem eigenen Unternehmen wird eingegangen, oder wie ist es, wenn ein Erbe angetreten wurde? Je nach Konstellation ist es wichtig unterschiedliche Regelungen und Vereinbarungen zu treffen. „Insbesondere Frauen sollten sich über diese Fragen gut informieren, weil es in der Mehrheit immer noch sie sind, die den Großteil der unbezahlten familiären Aufgaben übernehmen und dadurch oft viel schlechter finanziell abgesichert sind“, rät Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg und ergänzt, „Liebe und Recht sind keine unversöhnlichen Gegensätze“. Die Broschüre gibt Auskunft darüber, welche rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen familienbezogene Entscheidungen haben können und gibt Empfehlungen für faire vertragliche Regelungen. Sie soll Denkanstöße geben, kann jedoch eine anwaltliche oder notarielle Beratung nicht ersetzten.

Die Broschüre gibt es kostenlos im Landratsamt Starnberg und in den Standesämtern der Gemeinden. Die digitale Version steht unter www.bestellen.bayern.de/shoplink/10010632.htm zum Download bereit.
Weitere Auskünfte gibt es unter www.lk-starnberg.de/gleichstellungsstelle .

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