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Erstellung und Anwendbarkeit der Bodenrichtwerte

Die Aufgabe zur Erstellung der Bodenrichtwerte ist dem Gutachterausschuss gemäß § 193 Abs. 3 BauGB, § 196 BauGB und § 12 BayGaV übertragen.

Als Grundlage für die Bodenrichtwertermittlung werden die in der Kaufpreissammlung (§ 195 BauGB) erfassten Daten von unbebauten bzw. von bereinigten Grundstücken (Abbruchobjekten) eines bestimmten Zeitraumes herangezogen und immer zum Ende eines Jahres mit gerader Jahreszahl ermittelt (§ 12 BayGaV).

Zum Beispiel wurden aus dem Ermittlungszeitraum 01.01.2019 bis 31.12.2020 die Bodenrichtwerte zum Stichtag 31.12.2020 beschlossen.
Auch wenn die Richtwerte erst bis spätestens 30.06. des darauffolgenden ungeraden Jahres veröffentlicht werden müssen, gelten diese rückwirkend ab dem 01.01. des Jahres in dem sie veröffentlicht werden.

Die ermittelten Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte des Bodens für eine Mehrzahl von Grundstücken, für die im wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen.

Kaufurkunden, denen außergewöhnliche Umstände zugrunde liegen (z.B. Einheimischen-Modelle, Verkäufe unter Verwandten oder spekulative Hintergründe) wurden nicht verwendet.

Sofern in Richtwertgebieten keine oder nur wenig verwertbare Kaufverträge vorlagen, wurden die Richtwerte im Rahmen der allgemeinen Tendenz der Bodenpreisentwicklung und anhand der Daten vergleichbarer Gebiete fortgeschrieben bzw. angepasst.

 

Basis für die Darstellung der Richtwertzonen ist die digitale Flurkarte zum Stichtag des Bodenrichtwertes (z.B. Stand 12/2020).

Die dadurch entstehende parzellenscharfe Abgrenzung stellt lediglich die Zuordnung zu einer Zone dar. Die tatsächliche Nutzungsmöglichkeit eines Grundstücks ist in jedem Einzelfall gesondert zu prüfen und zu bewerten, insbesondere bei übergroßen Grundstücken in Randbereichen ist ggf. die Zuordnung einer Teilfläche zur angrenzenden Richtwertzone möglich.

Je nach Sachlage sind im Einzelfall zur Wertbestimmung Zu- und Abschläge zu berücksichtigen.

 

Irgendwelche Ansprüche - vor allem gegenüber den Trägern der Bauleitplanung, der Baugenehmigungsbehörde oder Land- und Forstwirtschaftsbehörden - können weder aus den Bodenrichtwertangaben noch aus der Zugehörigkeit zu einer Bodenrichtwertzone hergeleitet werden.

 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Bodenrichtwerte keine bindende Wirkung haben!

 

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