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Gärtnern ohne Trof

Gärtnern ohne Torf - aktiv für Moor und Klimaschutz

Viele handelsübliche Gartenerden enthalten immer noch sehr hohe Torfanteile. Und das, obwohl seit langem bekannt ist, dass der Torfabbau zu erheblichen Veränderungen im Natur- und Wasserhaushalt von Moorstandorten führt und seine Zersetzung direkt zur Klimaerwärmung beiträgt.

Unsere Moore sind wertvolle, unersetzliche Lebensräume, die von einer langen Geschichte zeugen. Wir haben in unserem Landkreis eine große Vielfalt davon. Lernen Sie diese Schätze unserer Heimat im Rahmen der Aktion näher kennen und helfen Sie dabei mit, sie zu schützen.

Mit dem Verzicht auf torfhaltige Erden können Verbraucher bewusst für eine nachhaltige Entwicklung eintreten und ökologisch und klimafreundlich gärtnern. Torffreie Erden sind heute in ihrer Qualität als Kultursubstrat und zur Bodenverbesserung gleichwertig zu torfhaltigen Substraten zu sehen.Blumenpracht ohne Torf

Zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern will das Landratsamt Starnberg den Moor- und Klimaschutz mit Führungen und Vorträgen ins Bewusstsein rücken. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Starnberg wird einen Schwerpunkt auf das torffreie Gärtnern setzen.

Wollen Sie in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Verein darüber informieren? Am Landratsamt können Sie ein Rollup zum Thema ausleihen. Gerne sind wir auch bei Themen- und Referentensuche behilflich. Fragen Sie bei der Stabstelle Klimaschutz nach. 

Kompostfibel des Umweltbundesamtes neu aufgelegt

Wohin mit Falllaub, Kartoffelschalen und Rasenschnitt? Kompostieren im eigenen Garten liefert wertvollen Humus und kann Abfallgebühren einsparen. Wie das Kompostieren funktioniert, erklärt die neue UBA-Kompostfibel. Wichtig ist vor allem eine vielfältige Mischung geeigneter organischer Abfälle. Sie können die Fibel im Landratsamt Starnberg bei der Fachberatung Gartenkultur und Landespflege abholen oder hier downloaden: Kompostfibel

Qualitätskompost (lose Ware, organischer N-P-K Dünger) von der Gründgutkompostierung Hadorf

Kompost ist ein organischer Dünger, bestehend aus Gehölzschnitt, Mähgut, Laub. Durch die Wärmeentwicklung während der Kompostierung entsteht ein hygienisiertes Produkt, wodurch Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet werden. Regelmäßige Untersuchungen durch ein unabhängiges Labor sichern die hohe und gleichbleibende Qualität unseres Kompostes.
Durch die Anwendung von Qualitätskompost im Garten werden dem Boden Nährstoffe und organische Substanz zugeführt. Die Pflanzen werden gedüngt, die Durchlüftung wird verbessert, die Wasserhaltekraft wird erhöht, das Festhaltevermögen für Nährstoffe wird erhöht und das Bodenleben wird gefördert.

In der Grüngutkompostierungsanlage des Landkreises in Hadorf erhalten Sie zu günstigen Preisen in loser Form Pflanzerde, Rindenmulch, zertifizierten Kompost und außerdem torffreie Schwaben-Pflanzerde in 45-Liter-Säcken.

Adresse: Uneringer Str. 3, 82319 Hadorf, www.hirschauer-recycling.de

Öffnungszeiten:

März
Montag bis Freitag 7:30 – 12:00 Uhr / 13:00 – 16:00 Uhr, Samstag geschlossen

April bis Oktober
Montag bis Freitag 7:30 – 12:00 Uhr / 13:00 – 17:00 Uhr, Samstag 8:00 – 12:00 Uhr

Wichtige Informationen

Wo kann ich im Landkreis Starnberg torffreie Erden erwerben?
Händlerverzeichnis Torffreie Erden [PDF: 127 KB]

LBV und BUND bieten immer wieder Moor-Führungen im Landkreis an. Außerdem finden in den Programmen der Obst- und Gartenbauvereine verschiedene Vorträge zum Thema torffreies Gärtnern statt. Bitte erkundigen Sie sich vor Ort.

Warum torffrei Gärtnern und wer unterstützt die Aktion?
eine Argumentationshilfe [PDF: 179 KB]

Wissenschaftliche Untermauerung gewünscht? Forschungsbericht   Klimaschutz durch Moorschutz in der Praxis [PDF: 334 KB]

Mit Geld die Moore retten: Lesen Sie einen  Artikel über "Moor-Futures" in der ZEIT: Link

 

 

Hintergrund

Viele Gründe sprechen für die Verwendung torffreier Erden.

Moorschutz ist Klimaschutz

Aus den Mooren stammt der Torf, der in fast jeder herkömmlichen Blumenerde enthalten ist. Für den Abbau werden die Moore entwässert – und in entwässerten Mooren wird der Torf zersetzt und geht als CO2 in die Luft. Das passiert in kürzester Zeit auch mit dem Torf, der als Blumenerde verwendet wird. Jeder Hektar entwässertes Moor produziert pro Jahr so viel CO2 wie ein Mittelklassewagen, mit dem 20.000 km im Jahr gefahren werden.

Die in deutschen Mooren gespeicherte Kohlenstoffmenge beträgt 1,2 Milliarden Tonnen, davon rund ein Sechstel in Bayern. Durch Trockenlegung und Abbau wird der Kohlenstoff in die Atmosphäre als Kohlendioxid freigesetzt und erhöht dadurch den Treibhauseffekt. Nur intakte Moore können Kohlenstoff speichern. Die Emissionen aus entwässerten Mooren entsprechen ca. 4,5 Prozent der deutschen Gesamtemissionen an CO2. Und sind die größte Einzelquelle für Treibhausgase außerhalb des Energiesektors in Deutschland. Treibhausgasvermeidungskosten durch Moor-Renaturierungen liegen zwischen 10 und 135 €/Tonne. Klimaschutz durch Moorschutz ist daher volkswirtschaftlich sinnvoll.

Moorschutz erhält die Vielfalt des Lebens

Moore sind wertvolle, unersetzliche Lebensräume für eine ganze Reihe seltener Tier- und Pflanzenarten. Moorbewohner sind Spezialisten – etwa der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, oder Schmetterlinge wie der Hochmoor-Gelbling. In Mitteleuropa sind bereits 95% der Moore entwässert, und vielen Pflanzen und Tieren ist infolgedessen ihr Lebensraum abhanden gekommen.

Moorschutz ist regionaler Hochwasserschutz und Teil der Klimaanpassungsstrategie

Moore haben eine extrem hohe Wasserspeicherfähigkeit. Wie ein riesiger Schwamm in der Landschaft wirken sie als natürliche Wasserrückhaltegebiete und verzögern den Abfluss. Das führt dazu, dass bei Hochwasserereignissen die Wassermassen nicht alle auf einmal an den großen Flüssen ankommen und verringert so die Pegelstände.

Moore sind ein Kulturgut, das zu schützen ist …

Das Arbeiten im Torfstich war für viele Menschen in den Dörfern wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge: Torf war wichtiges Brennmaterial für die Haushalte. Heute werden die ehemaligen Torfstiche in der Regel von Ehrenamtlichen gepflegt, um das besondere Ökosystem zu erhalten. Die Wiedervernässung von ehemaligen Torfstichen (zum Beispiel im Gilchinger Wildmoos) ist eine wichtige Maßnahmen, die Degradierung rückgängig zu machen.

 

Es gibt Alternativen: Torffreie Erden

Torffreie Blumenerde unterstützt die regionale Kreislaufwirtschaf.

Im Garten fällt jedes Jahr frischer Kompost an. Dieses Kompostmaterial sowie Rindenmulch, Rindenhumus, Holzhäcksel und Holzfasern sind die Hauptbestandteile torffreier Erden und sie können aus regionalen Abfallstoffen gewonnen werden. Werden diese Stoffe vermehrt für Blumenerde aufbereitet, schließen sich regionale Stoffkreisläufe, Transporte werden reduziert.

An der Kompostieranlage in Hadorf kann z.B. lokales torffreies Substrat erworben werden.

Hinweis: Gärtnern ohne Torf schützt nicht direkt die Moore im Landkreis, aber die Moore in anderen Regionen. Wir wollen hiermit Bewusstsein schaffen, dass Klimaschutz in allen Bereichen möglich ist!

 

Ansprechpartner

Herr Jürgen Ehrhardt

Herr Ehrhardt

Team 411 Naturschutzrecht und Landschaftspflege
Fachberater für Gartenkultur und Landespflege
Strandbadstr. 2
82319 Starnberg
Telefon: 08151 148-372
Fax: 08151 148-473
E-Mail: juergen.ehrhardt@LRA-starnberg.de
Raum: 294 a
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