„Private Vorsorge ist wichtige Säule im Krisenfall“
Was ist Bevölkerungsschutz? Wie funktioniert er? Und was kann jeder Einzelne tun, um sich auf Krisensituationen vorzubereiten? Diese Fragen beschäftigen immer mehr Menschen – insbesondere angesichts von Szenarien wie länger andauernden Stromausfällen, Naturkatastrophen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen. Antworten darauf gab der Informationstag zum Bevölkerungsschutz am vergangenen Samstag vor und im Landratsamt Starnberg. „Neben Einsatzplänen, regelmäßigen Übungen und funktionierenden Hilfsstrukturen ist vor allem auch die private Vorsorge eine wichtige Säule im Krisenfall“, erklärt Landrat Stefan Frey. „Ich danke allen Beteiligten an diesem Informationstag für ihr Engagement, insbesondere allen Ehrenamtlichen. Der Tag hat wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass ohne Unterstützung durch unsere ehrenamtliche Einsatz- und Hilfskräfte Krisensituationen nicht zu bewältigen wären.“
Am Samstagvormittag konnten sich die Kreisräte sowie Bürgermeister im Rahmen einer Klausurtagung ein Bild davon machen, welche Aufgaben der Landkreis als Katastrophenschutzbehörde übernimmt, wie er auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereitet ist, welche Einsatzpläne existieren und mit den Hilfsorganisationen ins Gespräch kommen.
Nachmittags stand dann die Information der Bevölkerung im Mittelpunkt. Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, waren die Hilfsorganisationen von BRK, THW, Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr, die Kreisbrandinspektion und Mitglieder des Amateurfunkclubs mit Einsatzfahrzeugen, Gerätschaften und Informationsmaterial auf das Freigelände am Landratsamt gekommen. „Recht interessant, weil man so etwas nicht oft zu sehen bekommt – zum Beispiel einen Unimog der Feuerwehr“, sagten beispielsweise die beiden Besucher Pascal Untch und Dima Huber. Im Foyer des Landratsamtes ging es bei Vorträgen darum, wie jeder Einzelne konkret bei sich zu Hause Vorsorge treffen kann. „Eine gute Selbstvorsorge ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Bewältigung einer Krise“, erklärt Roland Schwankhart, Katastrophenschutzplaner im Landratsamt. Dazu gehört beispielsweise ein ausreichender Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser, eine Taschenlampe, ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio sowie eine kleine Hausapotheke. „Ganz wichtig ist auch, sich im Vorfeld zu informieren, wo im Ernstfall der für mich nächstgelegene Leuchtturm ist“, so Schwankhart weiter. Leuchttürme versorgen im Fall von Blackouts oder anderen Krisensituationen die Bevölkerung mit wichtigen Informationen. „Wer noch nicht weiß, wo im Krisenfall der für ihn zuständige Leuchtturm eingerichtet wird, sollte sich über die Homepage des Landratsamtes informieren.“ Ebenso empfiehlt es sich, wichtige Dokumente griffbereit aufzubewahren und innerhalb der Familie zu besprechen, wie man sich in einer Krisensituation verständigt oder trifft. Von wo aus Einsätze in Krisen- und Katastrophenfällen geleitet werden, konnten die Besucher bei einem Rundgang durch die Einsatzzentrale sehen. „Wir möchten keine Angst machen, sondern dazu anregen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Gut vorbereitet zu sein schafft Sicherheit“, betont Roland Schwankhart.