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Auszeichnungen für Erich Rüba, Caroline F. Schuster und den Kulturverein Garatshausen

Der Landkreis Starnberg verleiht auch 2026 wieder Kulturpreise. Ausgeschrieben war diesmal die Sparte „Denkmalpflege und Archäologie, Brauchtum, Heimat- und Archivpflege sowie Geschichtsforschung“. Den Kulturpreis bekommt Erich Rüba für seinen außergewöhnlichen persönlichen Einsatz, mit dem er bleibende Werte für die gesamte Region schafft. Caroline F. Schuster erhält den Kulturförderpreis für ihr Engagement, mit dem sie junge Menschen motiviert, sich mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen und für eine offene demokratische Gesellschaft einzutreten. Der Kulturverein Garatshausen erhält den Anerkennungspreis für lebendige Kulturarbeit und historische Bewusstseinsbildung.

Erich Rüba

Seit Jahrzehnten macht sich Erich Rüba mit außergewöhnlichem Engagement und großer Fachkenntnis um das kulturelle Erbe sowohl der Gemeinde Weßling als auch des Landkreises Starnberg verdient. Sein Wirken reicht weit über das übliche ehrenamtliche Engagement hinaus und hat die kulturelle Identität seiner Heimat, nach Meinung der Fachjuroren, nachhaltig geprägt. Als langjähriger ehrenamtlicher Leiter der Gemeindegalerie und Betreuer des Gemeindearchivs hat Rüba unzählige Ausstellungen konzipiert, organisiert und begleitet. Dabei versteht er es in besonderer Weise, Kunst und Geschichte miteinander zu verbinden und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seine Ausstellungen zeichnen sich durch sorgfältige wissenschaftliche Recherche, hohe inhaltliche Qualität und eine anschauliche Vermittlung aus. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Wiederentdeckung nahezu vergessener Künstlerinnen und Künstler aus Weßling und der Region Starnberg. Mit großer Beharrlichkeit recherchiert er deren Lebenswege in Archiven, Museen und Zeitzeugenberichten. Er trägt Werke zusammen und dokumentiert seine Erkenntnisse in zahlreichen Publikationen und Ausstellungskatalogen. Dadurch hat er wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte Weßlings als bedeutenden Künstlerort über die Ortsgrenze hinaus sichtbar zu machen und dauerhaft zu bewahren. Für seine langjährigen Verdienste wurde Erich Rüba 2019 mit der Bezirksmedaille von Oberbayern ausgezeichnet. Diese Ehrung unterstreicht die besondere Bedeutung seines Wirkens. Die Jury war sich einig, dass Erich Rüba nicht nur kulturelles Erbe bewahrt, er macht es lebendig.

Caroline F. Schuster

Die 19-Jährige engagiert sich bereits seit mehreren Jahren in ihrer Heimatstadt Starnberg in den Bereichen Zeitgeschichte und Erinnerungskulturen. Die Abiturientin erarbeitete eigene Projekte und beteiligte sich an zentralen Gedenkveranstaltungen und Initiativen der Stadt Starnberg. Selbst noch Schülerin erarbeitete sie Angebote für andere Jugendliche verschiedener Schulen, hielt Vorträge und moderierte Diskussionen. Caroline F. Schuster verbindet den analytischen Blick auf Vergangenes mit dem Aktivwerden für die Gegenwart und Zukunft. Der von ihr 2024 am Gymnasium Starnberg initiierte „Tag der Demokratie“ wurde inzwischen von Schulen in ganz Bayern übernommen. Ihr Können, ihre Persönlichkeit und ihr Engagement bringt Menschen zusammen und motiviert gerade Jüngere, sich sachkundig und analytisch mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen und sich für eine offene demokratische Gesellschaft stark zu machen. Die Fachjuroren und die Jury waren von diesem Engagement sehr beeindruckt. Caroline F. Schuster soll mit dem Kulturförderpreis ermutigt werden, ihre Überzeugungskraft weiterhin zu nutzen, um sich für die Erinnerungskultur und die Demokratie einzusetzen.

Kulturverein Garatshausen e. V.

Die Bewahrung von kulturellen Überlieferungen und die Vermittlung von lokaler Geschichte sind die maßgeblichen Zielsetzungen von Heimat-, Kultur- und Brauchtumsvereinen auf kommunaler Ebene. Dies gilt auch für den Kulturverein Garatshausen, der sich ebenfalls für diese wichtigen Aufgaben einsetzt. Das Besondere an ihm ist jedoch, dass er sich damit nicht begnügt. Er will mit seinem Engagement einen darüber hinausgehenden gesamtgesellschaftlichen Mehrwert generieren und als generationenübergreifender Brückenbauer die Dorfgemeinschaft stärken. Dies gelingt ihm auf beeindruckende Weise, wie seine erfolgreichen Projekte belegen. Drei davon seien hervorgehoben:
Mit der Wiedererrichtung der 1966 abgebrochenen Marienkapelle wurde nicht nur ein in Vergessenheit geratenes Zeugnis der Geschichte wieder unmittelbar erfahrbar gemacht, sondern auch ein neues ortsbildprägendes Gebäude geschaffen, das auch für Veranstaltungen genutzt wird.
Mit der Neugestaltung des Hofmarkplatzes wurde einem öffentlichen Raum neue Aufenthaltsqualität gegeben. Er hat sich seither zum zentralen dörflichen Treffpunkt für verschiedene Anlässe entwickelt, etwa für die Maifeier oder für den Christkindlmarkt. Auch die Geschichtsvermittlung in Form von Infotafeln wurde am Hofmarkplatz nicht vergessen.
Und schließlich sei auch noch der Einsatz für die Hans-Albers-Villa genannt, wo der Kulturverein maßgeblich – bis hin zu Petitionen an den Bayerischen Landtag – dazu beitrug, dass das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert unter Denkmalschutz gestellt und zusammen mit dem umgebenden Garten öffentlich zugänglich gemacht wurde.
Besondere Wertschätzung bei den Aktivitäten des Kulturvereins verdient die Einbindung der örtlichen Bevölkerung. Mit seinem identitätsstiftenden ehrenamtlichen Engagement, seinen nachhaltigen Projekten und seinen zeitgemäßen Vermittlungsmethoden strahlt der Kulturverein über die Grenzen von Garatshausen hinaus. Seine Verknüpfung von historischer Bewusstseinsbildung mit lebendiger Kulturarbeit darf als vorbildlich bezeichnet werden.

Kulturpreise des Landkreises

Am 6. Juli trat die Jury zur Vergabe der Kulturpreise zusammen. Der Jury gehörten an: Georg Scheitz (Stellvertretender Landrat), je ein Vertreter der Kreistagsfraktionen, Barbara Beck als Kulturbeauftragte des Landratsamtes sowie Dr. Bettina Keß, Dr. Friedrike Hellerer und Michael Ritter als Fachjuroren.

Die Fachjuroren hatten sich schon im Vorfeld intensiv mit den eingereichten Vorschlägen und Bewerbungen befasst. Dr. Bettina Keß ist, als Kunst- und Kulturhistorikerin, die stellvertretende Bezirksheimatpflegerin beim Bezirk Oberbayern. Dr. Friedrike Hellerer ist die Kreisarchivarin des Landkreises Starnberg. Michael Ritter war bis vor kurzem, bis zu seinem Ruhestand, stellvertretender Geschäftsführer beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. und Redakteur der Zeitschrift „Schönere Heimat“.

Zur Diskussion standen 18 Bewerbungen und Vorschläge.

Die Kulturpreise werden seit 2002 jährlich in wechselnden Kategorien vergeben.

Kulturpreise im Bereich „Denkmalpflege und Archäologie, Brauchtum, Heimat- und Archivpflege, Geschichtsforschung“ haben bereits erhalten:
Archivare der Gemeinde Berg und Gesellschaft für Archäologie Oberes Würmtal (2005), Gerhard Schober (2011), Willi Großer (2018)

Kulturförderpreise haben erhalten:
Starnberger Fischermadln und Starnberger Fischerbuam (2011)

Anerkennungspreis: Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilchings e. V. (2011), Dr. Friedrike Hellerer und Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen e. V. (2018)

Der Kulturpreis ist mit 3.000 Euro, der Kulturförderpreis mit 2.000 Euro und der Anerkennungspreis mit 1.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird im Herbst im Landratsamt stattfinden.

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