In Ruhe einkaufen: „Stille Stunde“ in Supermärkten im Landkreis Starnberg
Im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober bieten drei Supermärkte im Landkreis Starnberg eine „Stille Stunde“ an. Damit möchten sie Menschen, die besonders empfindlich auf Lärm, Licht oder andere Reize reagieren, ein ruhigeres und angenehmeres Einkaufen ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Menschen im Autismus-Spektrum, mit ADHS oder hochsensible Menschen. „Ich begrüße diese Aktion, Einkaufsräume für alle zugänglicher zu machen und die Teilhabe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen damit zu stärken. Aber natürlich können auch alle anderen Kunden von der ruhigeren Atmosphäre profitieren“, so Landrat Stefan Frey.
Die „Stille Stunde“ unterstützt Menschen, die empfindlich auf Lärm oder Licht reagieren, entspannter einzukaufen. In dieser Stunde werden Reizüberflutungen reduziert: Das Licht wird gedimmt, Musik und Durchsagen abgeschaltet und die Kassen arbeiten leiser.
Angeboten wird die „Stille Stunde“ zunächst in zwei Filialen von Edeka, in Starnberg und Pöcking und in der REWE-Filiale in Herrsching. In Starnberg bietet Edeka Häfner am Dienstag, 13. Oktober und am Donnerstag, 22. Oktober die Stille Stunde im Stadtmarkt, Josef-Jägerhuber-Straße 7, jeweils von 14 bis 16 Uhr an. Edeka Maciol in Pöcking, Weilheimer Straße 10, ist am Mittwoch, 14. Oktober von 14 bis 16 Uhr dabei. In Herrsching bietet REWE Höcker in der Gewerbestraße 5 die Stille Stunde donnerstags, ab 8. Oktober von 14 bis 16 Uhr an. „Wir möchten, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger bei uns willkommen fühlen“, so Moritz Häfner, Marktleitung von Edeka Häfner in Starnberg. Aneta Maciol von Edeka Maciol in Pöcking ergänzt: „Die Stille Stunde schafft die nötige Ruhe für ein angenehmes Einkaufen – ohne die übliche Geräuschkulisse durch Musik, Durchsagen und das Einräumen von Waren.“ Bastian Kallus-Seifert von REWE Herrsching meint: „Wir schließen uns der Initiative sehr gerne an, weil wir die betroffenen Menschen unterstützen wollen.“
Die Idee hat sich bereits vielerorts bewährt: zahlreiche EDEKA- und REWE-Märkte führen die „Stille Stunde“ deutschlandweit regelmäßig durch und erhalten dafür positive Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden. IKEA führte sie im Juni 2026 in allen Einrichtungshäusern in Deutschland ein. Eva-Maria Lischka von der ARGE, Inklusionsbeirat Landkreis Starnberg und die Behindertenbeauftragte Petra Fontana griffen die Idee auf und wandten sich damit an die Marktleitungen der Supermärkte im Landkreis. „Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Mit der Stillen Stunde setzen die teilnehmenden Supermärkte ein klares Zeichen für Inklusion und Barrierefreiheit. Wir hoffen, dass dies nicht nur ein vorübergehendes Angebot ist, sondern in Zukunft regelmäßig einmal pro Woche stattfindet“, betont Petra Fontana. „Für viele Menschen mit unsichtbaren Behinderungen, zum Beispiel im Autismus-Spektrum, ist der Einkauf eine große Herausforderung“, erklärt Eva-Maria Lischka. „Lärm, grelles Licht und unerwartete Geräusche können zu Überforderung und Rückzug führen. Die Stille Stunde gibt ihnen die Möglichkeit, in Ruhe und ohne Stress einzukaufen.“
Auch im benachbarten Landkreis Weilheim-Schongau beteiligen sich drei Supermärkte an der Aktion. Der Landkreis Starnberg lädt weitere Märkte ein, sich der Initiative anzuschließen. Interessierte können sich an Petra Fontana unter Telefon: 08151 148-77682 oder unter aktionsplan@lra-starnberg.de wenden.