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Informationen zu Tularämie / Hasenpest




Tularämie ist in Deutschland eine seltene Erkrankung, wurde aber in den letzten Jahren vermehrt
diagnostiziert. Sie betrifft vor allem Personen, die sich viel in der freien Natur aufhalten (z.B.
Waldarbeiter, Jäger, Landwirte).


Was verursacht diese Erkrankung?

Tularämie wird durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht, das in der Umwelt sehr widerstandsfähig ist, auch bei kalten Temperaturen. Es werden verschiedene Subspezies unterschieden: die in Europa vorkommende Subspezies Francisella tularensis ssp.holarctica verursacht meist weniger schwere Krankheitsbilder als der in Nordamerika vorkommende Typ.

Das Bakterium kann in vielen Wildtieren, v.a. Kleinsäugern wie Hasen, Kaninchen und Mäusen, aber auch in Haustieren sowie in Zecken, Mücken oder Bremsen und in Umweltproben nachgewiesen werden.

Welche Symptome können auftreten?

Krankheitszeichen sind anfangs unspezifische grippeähnliche Symptome wie Fieber, Lymphknoten-schwellungen, Schüttelfrost, Unwohlsein sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In Abhängigkeit der Eintrittspforte treten dann Geschwüre an der Infektionsstelle, Magen-Darm-Beschwerden sowie Hals-, Lungen- oder Augenentzündungen bis hin zur Sepsis auf.

Wie erfolgt die Ansteckung und wie lange ist man infektiös?

Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt der Haut oder Schleimhaut mit infektiösen Tiermaterial, über Schmierinfektion, über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser sowie durch Einatmen von infektiösen Partikeln. Auch durch Stiche bzw. Bisse von infizierten Zecken, Bremsen oder Mücken kann das Bakterium übertragen werden.

Bereits 10 – 50 aufgenommene Bakterien können eine Infektion verursachen (außer bei Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt, kann aber nicht sicher ausgeschlossen werden.

Wie lange dauert es bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die genaue Inkubationszeit beträgt 1 – 14 Tage, in der Regel 3 – 5 Tage.

Welche Therapien gibt es?

Eine möglichst frühzeitige Behandlung mit Antibiotika kann einen schweren Krankheitserlauf meist verhindern.

Welche allgemeinen Verhaltensmaßnahmen werden empfohlen?

Zum Schutz vor Übertragung sollten bei Kontakt mit kranken und toten Wildtieren, insbesondere Hasen und Kaninchen, Vorsichtsmaßnahmen (Atemschutzmaske, Handschuhe) getroffen werden. Fleisch von Hasen und Kaninchen sollte nur gut durchgegart verzehrt werden. In Gegenden, in denen Fälle von Tularämie aufgetreten sind, sollte Oberflächen- und Brunnenwasser vor dem Trinken abgekocht werden.

Ist die Krankheit meldepflichtig?

Der Labornachweis ist dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden zu melden, sofern eine akute Infektion vorliegt.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Es gelten keine speziellen Regelungen, da Infizierte in der Regel nicht ansteckend sind.

Welche Regelungen gelten für Arbeiten mit Lebensmitteln?

Es gelten nach § 42 IfSG keine speziellen Regelungen.

Wie kann ich mich gegen eine Ansteckung schützen?

Eine Schutzimpfung ist in Deutschland nicht verfügbar.

Kann man mehrmals erkranken?

Derzeit vermutet man, dass die durchgemachte Erkrankung bewirkt, dass für einen gewissen Zeitraum Immunität besteht.

Was ist sonst noch wichtig?

Da der Erreger in so vielen verschiedenen Tieren und Habitaten vorkommt, ist es nicht möglich, den Erreger zu eliminieren.

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