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Projekte

Sprachcafes im Landkreis Starnberg

Seit 2024 finden in mehreren Gemeinden im Landkreis Sprachcafes statt. Es handelt sich dabei um eine Kooperation der VHS mit dem Landratsamt, welches die Kosten dafür übernimmt. An manchen Standorten übernehmen  Ehrenamtliche die Moderation des Sprachcafes. Das Sprachcafé soll Menschen mit Migrationshintergrund dabei helfen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, sich über interessante Themen auszutauschen oder einfach neue Bekanntschaften zu knüpfen. Es setzt dabei ganz niederschwellig an und richtet sich nach den Themen der Teilnehmenden. In lockerer Atmosphäre wird beispielsweise über Alltagstätigkeiten, wie einkaufen, Feste oder Arztbesuche gesprochen. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut die Teilnehmenden schon Deutsch können oder wie lange sie schon da sind. Alle Interessierten sind eingeladen und die Teilnahme ist kostenfrei.

Sprachcafe Pöcking


Hier finden Sie die Übersicht der Sprachcafes im Landkreis: 
Sprachcafés und Lernwerkstätten - Landkreis Starnberg | Integreat




Lerntandemprojekt

Was sich aus einer großartigen Spende der Familie Schoeller aus Pöcking entwickelt hat

Die Idee ist, mit geeigneten Mitteln Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Bedacht werden sollen in erster Linie Geflüchtete, die keine staatliche Förderung bekommen und weder eine Möglichkeit haben, besser Deutsch zu lernen, noch arbeiten oder eine Ausbildung machen dürfen. Dabei handelt es sich überwiegend um jüngere Personen. Herr und Frau Schoeller wollen mit ihrem Engage­ment erreichen, dass auch diesen Menschen eine Zukunftsperspektive geboten wird. Aus der Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Idee sollen sich Möglichkeiten ergeben, die die Menschen befähigen, wenn es nötig sein sollte, in ihren Her­kunftsländern selbst für ihren Lebensun­terhalt sorgen zu können.

Zur Idee:
Um so eine Idee umzusetzen, werden als Grundvoraussetzung moderne, innovative Werkzeuge gebraucht. In unserem Fall sind es Computer und die entsprechende Software. Damit so vielen wie möglich geholfen werden kann, spendet Familie Schoeller 30 Laptops samt Software und will diese den Personen schenken, die sich in der oben ausgeführten Situation befinden.

Projektkonzept:
Für die Umsetzung so eines groß angelegten Projekts braucht es vernetzte Partner. Die Pöckinger Asylbeauftragte stellt die Idee zwei Mitarbeiterinnen aus dem Fachbereich Asyl, Integration und Migration des Landratsamtes vor, die sich dafür begeistern und es ihrer Fachbereichsleitung vortragen, was diese ebenso für gut befindet. Nachdem auch der Landrat den Nutzen des Projekts als integrative Maßnahme einschätzt, die sich zudem passend in den Integrationsfahrplan des Landratsamtes einfügt, ist das Landratsamt als Partner gewonnen. Das Team mit den beiden Kolleginnen des Landratsamtes, Katharina Trägler und Barbara Huber und der Pöckinger Asylbeauftragten beginnt nun mit der Ausarbeitung des Konzepts.

In komprimierter Kurzfassung sieht die erste Stufe des Konzepts folgendermaßen aus:
Es beginnt mit der Festlegung, dass vor der Schenkung eines Laptops die ausgewählten Personen erst ein Programm durchlaufen müssen. Den Laptop als Geschenk bekommen sie also erst am Ende des Durchlaufs, wenn sie gute Mitarbeit nachweisen und die gemeinsam festgelegten Ziele erreicht haben.   

Als zusätzlicher Partner kommt die VHS Starnberg dazu, die ihr Online-Lernportal unentgeltlich zur Verfügung stellt. Das Lernportal ermöglicht Deutsch zu lernen, angefangen von der Alphabetisierung über viele Niveaustufen hinweg. Darüber hinaus gibt es weitere Lernbereiche, die für dieses Projekt genutzt werden können. Nun werden 30 geflüchtete MitbürgerInnen ausgewählt, eingestuft und ihre individuellen Ziele festgelegt. Am Ende des Programms gibt es die Möglichkeit, eine Deutsch-Zertifikatsprüfung in verschiedenen Kenntnisstufen (A1, A2, B1, B2) abzulegen, die ein Sprungbrett für Arbeit und Ausbildung sein kann.

Die wichtigste Komponente des Konzeptes ist aber die Begleitung des Lernprozesses durch ehrenamtliche Lernpatinnen/Lernpaten. Jede/r Lernende bekommt einen eigenen Lernpaten an die Seite gestellt, die beim Lernen unterstützen. Diese wurden ausgesucht, geschult und in einem Matchingprozess passend den einzelnen Teilnehmerinnen/Teilnehmern zugewiesen.

 „Digitales Lernen mit LernpatInnen“ ist der Name dieses Projektes, das im Oktober 2022 durch den Landrat, unseren Bürgermeister und die Spenderfamilie Schoeller mit Pressebeteiligung eröffnet wurde und bis heute mit weiteren Laptopspenden anhält. 90 % der Teilnehmer haben das Projekt erfolgreich durchlaufen.

Wenn Sie Näheres darüber wissen möchten oder sich als ehrenamtliche/r Lernpatin/Lernpate engagieren wollen, melden Sie sich gerne bei der Integrationslotsin Katharina Trägler. Wir würden uns sehr freuen!

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Вчіться один у одного - Besuch einer Schildkröte

Bericht einer ehemaligen Auszubildenen über die Nachhilfe für ukrainische Kinder Вчіться один у одного Das bedeutet „voneinander Lernen“ auf Ukrainisch.

Und genau darum ging es, als meine Mitauszubildenden und ich ukrainischen Kindern im Beringerheim in Tutzing Nachhilfe gegeben haben. Aber der Reihe nach: Wer von uns Auszubildenden im Landratsamt Starnberg hätte gedacht, dass wir einmal ukrainischen Kindern Nachhilfe geben würden? Ich sicher nicht. Aber eines kann ich vorweg nehmen: Es machte richtig viel Spaß! Nachdem es der Integrationslotsin unseres Hauses gelungen war die Azubis eines Unternehmens und eine Berufsintegrationsklasse, in der viele Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern sind, zusammen zu bringen, dachte sie sich: Warum machen wir das im Landratsamt eigentlich nicht auch? Und so entstand die Idee der Nachhilfe.
Gemeinsam mit ein paar weiteren Auszubildenden und Anwärtern fuhren wir zum Beringerheim nach Tutzing, wo wir bereits erwartet wurden. Der anfänglich als Pilotprojekt gestartete Versuch erwies sich als sehr gute und dankbar angenommene Idee. Ab da stand wöchentlich „Lehrersein“ in unserem Ausbildungsplan. Wir begannen mit einer kleinen Kennenlernrunde, in der sich jeder mit Name, Alter und Hobbys vorstellte. Anfangs waren die Kinder noch etwas schüchtern und zögerlich, wobei die Sprachbarriere es noch zusätzlich erschwerte. Aber mit der Zeit wurden sie immer offener und erzählten uns aufgeregt mit Händen, Füßen und wilden Gesten von ihren Hobbys und Interessen. Trotz der Flucht aus ihrem Heimatland und den schrecklichen Erlebnissen, die viele von ihnen durchmachen mussten merkte man, dass sie ihre Lebensfreude und ihre aufgeweckte Art nicht verloren hatten.

Nach unserer Vorstellungsrunde teilten wir die Kinder in kleinere Grüppchen auf und begannen mit der Nachhilfe. Von nicht ganz so beliebten Textaufgaben in Mathe bis hin zum richtigen Silbentrennen in Deutsch war alles dabei.

Anfangs noch zögerlich, später schon mutiger, stellten die Kinder ihre Fragen. Der Handyübersetzer erlangte so für uns alle eine ganz neue Bedeutung. Aber auch mit Händen, Mimik, Gestik und kleinen Zeichnungen versuchten wir uns untereinander zu verständigen. Ein Schüler hatte eine Hausaufgabe bekommen, in der er einige Sachen über sich selbst aufschreiben sollte, um sich damit seiner neuen Schulklasse vorzustellen. Als wir bei der Frage angekommen sind, ob und wenn ja, welches Haustier er habe, sprang er auf und versuchte mir ganz aufgeregt mit seinen Gesten zu zeigen, was für ein Haustier er denn besitzt. Nachdem ich Hund, Katze und Meerschweinchen auf meiner Übersetzer App probiert habe und er jedes Mal mit dem Kopf schüttelte, war ich etwas ratlos was es denn sonst sein könnte. Plötzlich stürmte er aus dem Raum und es dauerte nicht lang, da kam er auch schon wieder zurück – mit seinem Haustier.

Es war eine kleine Schildkröte, gerade mal so groß wie seine Handfläche. Ich war etwas verdutzt im ersten Moment, musste dann aber lachen und durfte die Schildkröte sogar selbst auf meine Hand nehmen. Meine Mitauszubildenden und auch die anderen Kinder waren ganz begeistert von dem kleinen Tier und versammelten sich drum herum. Nachdem jeder der Schildkröte ein Blatt Löwenzahn aus dem Garten gebracht hatte, ging sie mit gefülltem Bauch zurück in ihr Gehege. Nachdem jedes Kind froh darüber war, seine Hausaufgaben erledigt zu haben, wurde noch ein bisschen an der Tafel geübt. Da macht Mathe ja gleich noch mehr Spaß und die ein oder andere Leseübung wie beispielsweise „Lesenacht im Klassenzimmer“ wurde auch gerne angenommen.

Viel zu schnell näherten wir uns schon wieder dem Ende der Nachhilfe. So vergingen die wenigen Wochen, die wir gemeinsam hatten recht schnell, doch wir bemerkten bereits nach einigen Stunden Fortschritte. Unsere Schüler wurden immer aufgeweckter, stellten immer öfters Fragen und hakten nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Auch ihre Aufgaben erledigten sie immer zügiger und fehlerfreier. Nicht nur wir bemerkten das, sondern auch zwei Lehrerinnen bestätigten uns dies: Unsere Schützlinge machten auch in der Schule Fortschritte.

Doch jetzt mussten wir selbst wieder zurück in die Schule, weshalb wir uns schweren Herzens verabschieden mussten. Aber keine Sorge, die nächsten Azubis des Landratsamtes stehen bereits in den Startlöchern, damit unser erfolgreiches Projekt weiterlaufen kann! Wir wünschen den Kindern Alles Gute! Oder auch „все найкраще!“ Fakten Das Landratsamt bildet seit jeher viele Nachwuchskräfte aus. Aktuell sind insgesamt 47 Nachwuchskräfte in der Ausbildung. Im Rahmen der Ausbildung werden sie wechselweise in den verschiedenen Bereichen des Hauses eingesetzt. Auch der Fachbereich Asyl,Integration und Migration ist als Station im Ausbildungsplan vorgesehen. Im Landkreis Starnberg wohnen aktuell 1908 Geflüchtete aus der Ukraine, darunter 534 Kinder im Alter bis 15 Jahre (Stand Oktober 2024).

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Es ist eine Win Win Situation. Die ukrainischen Schülerinnen und Schüler lernen viel durch die fast individuelle Betreuung und freuen sich über junge Ehrenamtlichen, zu denen sie schnell Bezug finden. Aber auch die Auszubildenden wachsen an den Aufgaben. Sie lernen sich zu organisieren, bereiten sich auf die Lernunterstützung mit anschaulichen Material vor und bekommen hautnah mit, was es bedeutet alles zurück zu lassen und von vorne zu beginnen.“ Katharina Trägler, Integrationslotsin des Landratsamtes Starnberg

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Am meisten freue ich mich, wenn wir nach den Hausaufgaben immer noch mit ihnen spielen. Das ist lustig.“ Victoria 2. Klasse

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Es war eine tolle Erfahrung, selbst mal „Lehrer“ spielen zu dürfen und zu sehen, wie unsere Schüler nach jedem unserer Besuche kleine Fortschritte gemacht haben. Durch den Krieg und die Flucht aus ihrem Heimatland war es zu anfangs etwas schwer mit dem Lernen, aber mit der Zeit wurden die Kinder immer aufgeweckter, haben interessiert Fragen gestellt und Spaß an unseren Spielen und auch an der Nachhilfe gehabt. Laura Sagunsky, Auszubildende des Landratsamtes Starnberg

    


Ferienprojekt „Spaß mit Sprache“

Damit Kinder mit Fluchthintergrund auch in den langen Sommerferien die deutsche Sprache üben und vertiefen können, organisiert die Integrationslotsin, gemeinsam mit der Bildungskoordinatorin Frau Barbara Huber und ehrenamtlichen Helfern ein mehrwöchiges Ferienprojekt an verschiedenen Standorten. In diesen Wochen basteln, lesen und spielen die Schulkinder fast täglich ein paar Stunden und wenden so die deutsche Sprache an. Dieses Projekt bringt allen beteiligten sehr viel Spaß. 

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Zuständige Stelle

Landratsamt Starnberg

Strandbadstraße 2
82319 Starnberg

08151 148-770
08151 148-11292
info@LRA-starnberg.de
Internet: https://www.lk-starnberg.de/

Servicezeiten

Persönliche Besuche nach vorheriger Terminvereinbarung.

Montag: 8 Uhr bis 16 Uhr
Dienstag: 8 Uhr bis 16 Uhr
Mittwoch: 8 Uhr bis 14 Uhr
Donnerstag: 8 Uhr bis 18 Uhr
Freitag: 8 Uhr bis 14 Uhr