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Informationen zu Leptospiren




Obwohl die Leptospirose vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt, treten Infektionen auch in Westeuropa in Gebieten mit gemäßigtem Klima auf.


Was verursacht die Erkrankung?

Leptospiren (Leptospira interrogans) sind korkenzieherartig geformte Bakterien, die zahlreiche Wild- und Nutztieren sowie Hunde infizieren können. Vor allem Nagetiere wie Ratten oder Mäuse scheiden Leptospiren mit dem Urin aus, häufig ohne selbst zu erkranken.

Welche Symptome können auftreten?

Über 90 % der Leptospirose-Erkrankungen verlaufen ohne Symptomatik oder mild mit grippeähnlichen Symptomen. Typisch in der ersten Woche der Infektion sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie teilweise ein Exanthem und eine Bindehautentzündung. Krankheitszeichen der zweiten Phase, die nur selten, aber als schwerer Verlauf auftritt, können Nierenversagen, Meningitis, Blutungen der Lunge und Gelbsucht sein.

Wie erfolgt die Ansteckung und wie lange ist man infektiös?

Die Leptospirose ist eine Zoonose, d. h. die Ansteckung erfolgt meist durch den Kontakt mit dem Urin, Kot oder Gewebe infizierter Tiere, z. B. über kontaminiertes Wasser oder Schlamm. Dabei gelangen die Leptospiren über Schleimhäute oder Hautverletzungen in den Organismus. Vermutlich reichen bereits wenige Leptospiren aus, um eine Erkrankung zu verursachen.

Da Leptospiren von Infizierten in den ersten zwei Wochen nach Infektionsbeginn mit dem Urin ausgeschieden werden können, kann grundsätzlich während dieser Zeit eine Ansteckungsfähigkeit bestehen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist aber äußerst selten.

Wie lange dauert es bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt 2 - 30 Tage, meist 7 - 14 Tage.

Welche Therapien gibt es?

Meist werden in der Frühphase der Infektion Antibiotika verordnet.

Welche allgemeinen Verhaltensmaßnahmen werden empfohlen?

Da eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Leptospiren äußerst selten geschieht, sind Basishygienemaßnahmen wie gründliche Händehygiene insbesondere nach Toilettenbenutzung ausreichend. Bei Kontakt zu infizierten Tieren sollte auf das Auftreten von ersten Symptomen besonders geachtet werden.

Ist die Krankheit meldepflichtig?

Der Labornachweis ist dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden zu melden.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Es gelten keine speziellen Regelungen, da Infizierte in der Regel nicht ansteckend sind.

Welche Regelungen gelten für Arbeiten mit Lebensmitteln?

Es gelten nach § 42 Infektionsschutzgesetz (IfSG) keine speziellen Regelungen.

Wie kann ich mich gegen eine Ansteckung schützen?

Eine Impfung ist in Deutschland nur für Hunde verfügbar und empfohlen.

Kann man mehrmals erkranken?

Die Krankheit hinterlässt eine spezifische Immunität gegenüber bestimmten Bakterienstämmen von Leptospiren, man kann sich aber mit anderen Serotypen von Leptospiren erneut infizieren.

Was ist sonst noch wichtig?

Leptospiren bleiben in der Umwelt für lange Zeit infektiös, besonders in feuchter und warmer Umgebung. Sie sind allerdings empfindlich gegenüber Salzwasser und direkter Sonneneinstrahlung.

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